Bezirkswahlprogramm 2019 - Grüne Mobilität: öffentlichen Nahverkehr, Rad- und Fußverkehr fördern

 

Die Frage, wie wir uns fortbewegen, spielt eine wichtige Rolle für die Gestaltung unserer Stadt und des öffentlichen Raumes sowie für das Stadtklima. Wir setzen daher konsequent auf den weiteren Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs, den Ausbau von Bergedorf zur Fahrradstadt und deutliche Verbesserungen für alle Menschen, die zu Fuß unterwegs sind.


Die Verkehrswende ist Realität: Vor allem im innerstädtischen Bereich werden immer weniger Wege mit dem Auto zurückgelegt. In Bergedorf hat sich der Autoverkehr seit 2004 um 10 % reduziert. Als GRÜNE wollen wir, dass alle Menschen saubere Luft atmen können und gut und sicher von A nach B kommen. Es ist dabei keine Alternative, alle 46 Millionen in Deutschland zugelassenen PKW schlicht durch Elektroautos zu ersetzen, denn diese mögen zwar keine Abgase mehr von sich geben, ihre Ökobilanz ist aber durch den hohen Ressourcenverbrauch bei der Produktion nicht wesentlich besser als die herkömmlicher Fahrzeuge. Außerdem hat Bergedorf bereits heute ein zu hohes Autoverkehrsaufkommen. Verkehrssicherheit und Barrierefreiheit haben für uns im Zweifel Vorrang.


Hierfür setzen wir uns ein:

 

Öffentlichen Nahverkehr ausbauen und ergänzen

Bus und Bahn werden nur angenommen, wenn sie attraktiv sind. Insbesondere die S-Bahn hatte hier in den vergangenen Jahren deutlich erkennbare Defizite. Unter Mitwirkung der GRÜNEN wurde auf Hamburger Ebene die Beschaffung neuer S-Bahn-Züge beschlossen, die auch bereits eingesetzt werden. Die Züge sollen überwiegend auf den Linien S2 und S21 fahren. Wir fordern weiterhin, dass die S2 ganztägig fährt und auf beiden Linien sogenannte Langzüge aus neun Wagen eingesetzt werden. Um Probleme durch Personen auf den Gleisen zu verhindern, verlangen wir einen besseren Schutz der Gleisanlagen.

Wo die Kapazitäten des Öffentlichen Nahverkehrs nicht ausreichen, müssen zusätzliche S-Bahnen und Busse fahren. Es braucht insbesondere auf den Buslinien weitere Taktverdichtungen. Der herkömmliche öffentliche Nahverkehr muss um weitere Konzepte ergänzt werden, zum Beispiel Car-Sharing-Modelle. Mit Blick auf die rasante Entwicklung autonomer Fahrsysteme ist zu prüfen, in wieweit sich diese als Teil des ÖPNV insbesondere in den ländlichen Gebieten zur Ablösung des Individualverkehrs nutzen lassen. 

Insbesondere die angrenzenden Nachbargemeinden Wentorf, Reinbek, Börnsen und Geesthacht müssen besser angebunden werden, um die Pendlerströme gestalten zu können.


Schulwege sicherer machen

Wir wollen bezirkliche Schulweg- und Kinderfahrradkonzepte mitentwickeln und

umsetzen. In jedem Hamburger Bezirk gehen tausende Kinder zur Schule. Wir möchten dafür sorgen, dass ihr Schulweg sicher bleibt, ob zu Fuß oder mit dem Rad. Deshalb wollen wir unter anderem Schulwegpläne (analog zu Stuttgarter Schulen) testen und obligatorisch an allen Schulen anbieten.


Sicher Radfahren, Velorouten ausbauen und Lücken für den Radverkehr schließen

Im Zuge des Ausbaus Hamburgs zur Fahrradstadt bauen wir Routen für den Alltagsverkehr, die sogenannten Velorouten. Die nach Bergedorf führenden Velorouten 8 und 9 müssen endlich fertig gestellt werden. Das Gleiche gilt für den Bergedorfer Teil des Elberadwegs. Die Velorouten aus Bergedorf müssen bis in die Hamburger Innenstadt störungsfrei befahren werden können. Sie dürfen nicht mehr durch Straßenkreuzungen unterbrochen werden – soweit Kreuzungen unvermeidbar sind, muss der Radverkehr Vorrang gegenüber der zu querenden Straße erhalten.

Weiteres Ziel ist die Umsetzung des Bergedorfer Radverkehrskonzepts. Es müssen komfortable Radwegeverbindungen aus den Bergedorfer Stadtteilen ins Zentrum und zu den Velorouten geschaffen werden.

Auch sollten Einbahnstraßen generell in beide Richtungen für den Radverkehr freigegeben werden. Wo Sie auf der Straße fahren dürfen, müssen Gefahrstellen für Radfahrende, zum Beispiel durch Schlaglöcher und problematische Ampelschaltungen identifiziert und abgestellt werden, denn Fahrräder und Pedelecs stören nicht per se den Verkehr, sondern sie sind – ob im innerstädtischen Verkehr oder im Landgebiet – ein ganz wesentlicher Teil des Verkehrs von morgen.

An der Eisenbahnbrücke am Oberen Landweg ist die Situation für den Radverkehr mehr als unbefriedigend. Wir fordern, dass hier der Radverkehr auf die Straße verlegt wird, um die aktuell bestehenden Gefahren für den Fußverkehr zu reduzieren.

Weiter unterstützen wir die Erneuerung der Norderelbbrücke inklusive der Erweiterung für den Radverkehr.


Weitere Fahrradbügel aufstellen und sichere Abstellmöglichkeiten schaffen

Wir wollen, dass Bedarfe an weiteren Fahrradbügeln unbürokratisch gemeldet werden können und von der Verwaltung in einem überschaubaren Zeitraum von längstens drei Monaten bearbeitet werden. Hierzu müssen Verwaltungsprozesse optimiert werden, die Priorität dieser Angelegenheit muss zugunsten des Klimaschutzes erhöht werden.

 Außerdem müssen viel mehr sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder geschaffen werden, um Fahrraddiebstahl zu verhindern, zum Beispiel im Rahmen von „Bike and Ride“. 


Das Zufußgehen attraktiver machen

Zu Fuß zu gehen soll sicherer und angenehmer werden. Mit Fußverkehrskonzepten wollen wir Verbesserungspotentiale aufdecken und neue Strategien entwickeln, um Fußwege attraktiver zu gestalten, Stolperfallen zu beseitigen und das Zuparken zu verhindern. 

Allgemein gilt es, den Rad- und Fußverkehr gleichrangig mit dem motorisierten Verkehr zu betrachten. Rad- und Fußwege müssen zum selben Zeitpunkt wie die Fahrbahnen von Schnee und Eis geräumt werden. Hierzu muss der öffentliche Winterdienst für Fuß- und Radwege erweitert werden. 

 

Elektrischen Radverkehr stärken

Im weiteren Sinne motorisiert und individuell sind neben PKWs auch Pedelecs (elektrische Fahrräder mit Tretunterstützung bis 25 km/h) sowie S-Pedelecs (bis 45 km/h, auch "E-Bike" genannt) unterwegs. Wir möchten, dass der elektrische Radverkehr künftig besser in die Verkehrsplanungen einbezogen wird. In Teilen der Bevölkerung können sie das eigene Auto ergänzen oder gar zeitweise oder insgesamt ersetzen und somit einen wertvollen Beitrag zur Entlastung der Straßen leisten. . 


Bahnverbindung Nettelnburg – Bergedorf Süd – Börnsen – Escheburg - Geesthacht

Seit vielen Jahren wird darüber diskutiert, von der S-Bahn-Haltestelle Nettelnburg eine Bahnverbindung bis nach Geesthacht zu schaffen und diese über einen zusätzlichen Bahnsteig auf Höhe der S Nettelnburg an die S-Bahn anzubinden. Bereits in 2016 und 2017 haben wir zusammen mit den GRÜNEN Herzogtum Lauenburg demonstriert, dass auch moderne Züge hier fahren können. Wir fordern die Umsetzung dieser bestehenden Pläne, denn eine weitere Verzögerung ist in wirtschaftlicher und ökologischer Hinsicht nicht begründbar: Die Gleise liegen hier bereits, sie wurden für Atommülltransporte vom Atomkraftwerk Krümmel aus benötigt und regelmäßig gepflegt. Wir wünschen uns hier eine Niederflurbahn, die auf dem Weg nach Geesthacht entsprechende Zwischenhalte unter anderem in Bergedorf-Süd anbietet, um diesen Teil des Bezirks besser an die S-Bahn und damit an die Hamburger Innenstadt anzubinden. Dies würde die Buslinien 8800 und 8890 deutlich entlasten und so dazu beitragen, die Feinstaubbelastung auch in Bergedorf zu senken.


Busverkehr auf Elektroantrieb umstellen

Busse nach herkömmlicher Bauart tragen Teil zur innerstädtischen Feinstaubbelastung bei. Die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) haben auf ihrem Bergedorfer Betriebshof eine Werkstatt zur Wartung von Elektrobussen errichtet. Wir begrüßen diesen Schritt sowie die Absichtserklärung, ab 2020 ausschließlich E-Busse anzuschaffen, und drängen darauf, dass die Umstellung auf 100 Prozent Elektroantrieb innerhalb weniger Jahre erfolgt.

  

Schutz vor Verkehrslärm verbessern und Verkehrssicherheit erhöhen

Um die Verkehrssicherheit zu erhöhen, ist es sinnvoll, insbesondere an Schulen, Kitas, Senioreneinrichtungen, Krankenhäusern und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung Tempo 30 einzuführen. 

Verkehr erzeugt Lärm, und zu viel Lärm macht erwiesenermaßen krank; dies gilt für Schiene und Straße gleichermaßen. Daher fordern wir insbesondere entlang der Bahnlinie Hamburg-Berlin einen verbesserten Lärmschutz.


Termine

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Jeden zweiten Dienstag im Monat trifft sich die Arbeitsgemeinschaft Klima Bergedorf und diskutiert die Umwelt- und Klimapolitik.

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Jenny Jasberg