Kapitel 7

Gemeinsam für mehr Gerechtigkeit - den sozialen Zusammenhalt im Quartier sichern

 

 

Die Krisen unserer Zeit können wir nur gemeinsam bewältigen. Wir sind überzeugt, dass das Fundament für ein funktionierendes Miteinander in unserer Stadt die soziale Gerechtigkeit ist. Zu einer sozial gerechten Gesellschaft gehört eine kulturelle und soziale Infrastruktur, die alle Bergedorfer*innen mit ihren verschiedenen Herausforderungen auffängt und unterstützt. Dazu zählt eine gute Ausstattung des Bezirksamtes, das wir als bürgernahen Dienstleister sehen.

Wir stehen für ein Bergedorf, das jeder/jedem gesellschaftliche Teilhabe, Bildung, soziale Unterstützung und die Versorgung mit Dingen des täglichen Bedarfs ermöglicht. Sportstätten, Grünflächen zur Naherholung, Stadtteilkultur, Kitas und Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit gehören ebenso dazu wie eine gute ärztliche Versorgung und ein bedarfsdeckender Einzelhandel.

Wir wollen Nachbarschaften dadurch stärken, dass wir durch passende sozialräumliche Angebote für mehr Teilhabe, mehr Austausch untereinander und ein besseres Leben im eigenen Quartier sorgen. Dabei ist es uns ein besonderes Anliegen, die Menschen bei der Gestaltung ihrer Nachbarschaft und ihres Zusammenlebens zu unterstützen.

Wir haben uns bereits für eine längerfristige Jugendhilfeplanung eingesetzt und dafür Personalressourcen bekommen. Denn die Jugendhilfeplanung soll alle Kinder und Jugendlichen einbeziehen und partizipativ angelegt werden. Diese Ansätze der Beteiligung werden wir weiterhin stärken.

 

Wofür wir uns in den kommenden Jahren einsetzen werden:

Wir wollen die Finanzierung der Bergedorfer Bürgerhäuser sichern sowie gewachsene ehrenamtliche Strukturen im sozialen Bereich kontinuierlich unterstützen.

Der Vereinssport braucht vor allem Räume. Bei der Verteilung der vorhandenen Kapazitäten wollen wir die Bedürfnisse ortsnaher Vereine sichern. Damit alle Kinder im Bezirk schwimmen lernen können, setzen wir uns für ein zweites Schwimmbad im Bezirk Bergedorf, in Oberbillwerder, ein.

Solidarität und ein unkomplizierter, diskriminierungsfreier Zugang zu vielfältigen Angeboten in der Stadt sind elementar für unseren sozialen Zusammenhalt. Gerade in Krisen zeigt sich, wie wichtig das Bezirksamt für die Bürger*innen ist. Wir sorgen dafür, dass seine Dienstleistungszentren gut ausgestattet und aufgestellt sind, so digital wie möglich und gleichzeitig bürgernah vor Ort.

Wir werden die Bergedorfer Innenstadt mit genug Sitzgelegenheiten ausrüsten, um älteren und mobilitätseingeschränkten Mitbürger*innen einen besseren Aufenthalt zu ermöglichen. Zudem wollen wir unseren Bezirk generell altersfreundlicher machen und uns dem WHO-Netzwerk der ”Age-friendly Cities and Communities” anschließen.

Wir fordern mehr öffentliche Hotspots in Bergedorf. Die Breitbandversorgung in Deutschland wird zwar besser, es gibt aber dennoch Bevölkerungsgruppen, für die freier Internetzugang wichtig ist.

Kinder und Jugendliche brauchen Räume, in denen sie sich treffen und ausprobieren können. Deshalb machen wir uns in für die Sanierung der Jugendeinrichtungen stark, zuletzt des Clippo, demnächst insbesondere des Pinkhauses.

Wir wollen gemeinsam mit jungen Menschen in einer Jugendkonferenz debattieren, wie und wo Jugendarbeit verbessert werden kann. Themen dafür sollen unter anderem Kultur- und Freizeitangebote und die Einführung eines Jugendbeirats für den Bezirk Bergedorf sein. Die auf unsere Initiative eingeführten Jugendsprechstunden mit der Bezirksamtsleiterin wollen wir weiterführen und inhaltlich weiterentwickeln.

Wir streben die Einrichtung eines bezirklichen Jugendbeirats an, damit analog zum Seniorenbeirat auch die junge Generation eine starke Stimme in der Bezirkspolitik bekommt. Zu diesem Zweck setzen wir uns für die Schaffung einer Koordinationsstelle für Jugendbeteiligung bei der Hamburger Fachbehörde sowie für eine Ausstattung des Bezirks mit einer personellen Ressource für den Aufbau und Betreuung des neuen Gremiums ein.

Wir setzen uns für eine Neuausrichtung des Bergedorfer Kindertages ein. Demokratieförderung und Partizipation sollen wesentliche Bausteine des Kindertages sein.

Wir setzen uns für eine breitere Verankerung des Esther-Bejanaro-Präventionspreises für das Engagement von Kindern und Jugendlichen ein.

Wir werden den Prozess, in Bergedorf eine Tagesstätte für Obdachlose einzurichten, aktiv vorantreiben. Wir wollen das Projekt ”Lebensplätze” zur Hilfe bei wohnungslosen Menschen weiterführen und fordern eine wissenschaftliche Begleitung dieses einmaligen Projektes.

Über 15% der Bergedorfer Bürger*innen haben keinen deutschen Pass, viele einen Migrationshintergrund. Deswegen wollen wir den 2019 eingeschlafenen Integrationsbeirat bei der Reaktivierung unterstützen, um der Perspektive zugewanderter Bürger*innen mehr Raum zu geben ähnlich dem gut etablierten Senior*innenbeirats.

Um dem zu erwartenden Mangel in der haus- und kinderärztlichen Versorgung entgegenzuwirken, setzen wir uns dafür ein, dass insbesondere dort, wo sich die Nachfolge schwierig gestaltet, neue Trägermodelle für Praxen realisiert werden. Im Zuge der bevorstehenden Krankenhausreform wollen wir das Agaplesion Bethesda Krankenhaus als Allgemein- und Fachversorger stärken und ausbauen. Besonderes Augenmerk werden wir auf die Notfallversorgung richten.

Gesunde Ernährung ist einer der wichtigsten Pfeiler für ein langes und gesundes Leben. Deshalb wollen wir, dass die Ernährungsbildung in Bergedorfer Kitas und Kindergärten gefördert wird.

Wie wollen das kommunale Gesundheitsförderungsmanagement stärken und ausbauen. Insbesondere stärken wir das im Aufbau befindliche bezirkliche Kompetenznetzwerk gegen Einsamkeit. Hier werden wir uns für weitere Fördermöglichkeiten auch auf Landes- und Bundesebene einsetzen.

Wir fordern einen Inklusionsbeirat, in dem betroffene Menschen die Bergedorfer Politik in allen wesentlichen Fragen, die die Belange von Menschen mit Behinderungen berühren, beraten und unterstützen. Zudem soll der Inklusionsbeirat vom Bezirksamt personell unterstützt werden und in den Fachausschüssen der Bezirksversammlung Rederecht erhalten.

Grundsätzlich wollen wir gelebte Integration in allen Altersschichten, damit eine älter werdende Gesellschaft auch von den Vorteilen von Zuwanderung und einem bunten Bergedorf profitieren kann. Wir befürworten Ideen wie interkulturelle Mehrgenerationenhäuser, um diesen Gedanken zu fördern.

Demokratie braucht Demokrat*innen. Wir unterstützen demokratische Schulentwicklung, damit Kinder und Jugendliche lernen und erleben was Partizipation und Selbstwirksamkeit in einer offenen Gesellschaft bedeuten.

 

 

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